Mittwoch, 21. September 2011

Adieu, praxisorientierte Eigentlichkeit.

Die Bunte Alternative Olpe ist Geschichte. Falls jemand den naiven Kramladen übernehmen will, bitteschön. Einfach eine EMail schreiben und Zugangsdaten erhalten.

Die Willigen dürfen ganz pragmatisch mit Lokalpolitikern flirten, um sich einen Einfluss einzubilden.
Die Willigen dürfen gegen Nazis agieren, damit der gemeinschaftsstiftende Feind, der zu nichts in der Lage ist, außer Gewalt anzudrohen und Laternen mit Aufklebern zu spicken, einen der drei existierenden Konsenspunkte produziert.
Die Willigen dürfen sich auf den zweiten Konsenspunkt verlassen. Die Eigentlichkeit der genuin individuellen Mitglieder, ihr positives, friedliebendes, realitätsfernes Ichideal, ist eine Gewissheit und stiftet hypnotischen Gruppencharakter. Niemand identifiziert sich mit Positionen, alle verlieben sich in ihr Ideal, welches deutsche Ideologie wird.
Man wird sich darauf Einstellen müssen im Bioladen einzukaufen und sich für die Umwelt einzusetzten, ebenso wie man Diskussionen über Vegetarismus und Veganismus mitmachen muss. Schließlich eint die Gruppe der dritte Konsenspunkt: Der Hass auf die Zivilisation und die Bereitschaft zu Verzichten.
Über die ganze Zeit wird man versuchen das Kollektiv hedonistisch zu stärken, mehr Zeit in es zu investieren, fast so als würde das Schicksal eines jeden Individuums im Opfer für die Gruppe und das höhere Ziel enden.
Die Radikalen unter den Willigen, die in Wirklichkeit nur ihr Unverständnis der kapitalistischen Totalität, da sie Marx nie gelesen haben, und ihre pathologische Verfasstheit teilen, wollen mehr. Diese werden die Bandbreite einladen und sich nicht über das paranoide Geschwafel eines Antisemiten wundern, da sie ihn, in ihrer Ideologie, als Autorität respektive Teil ihres Grupppenkörpers betrachten.
Die, nach und nach, immer mehr enttäuschten Radikalen bemerken, dass diese Volksgemeinschaft nicht zu einer radikalen Gesellschaftskritik taugt und anstatt Zuhause zu bleiben und zu reflektieren, flüchtet man sich in die Organisation von Konzerten, ohne zu bemerken, dass man nun endlich vollständig angepasst und verwaltend agiert.

Nostalgie sieht anders aus.

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